Leben ohne Smartphone

Aktualisiert: 13. Jan.

"Leben ohne Smartphone - das geht doch gar nicht!", denkst du jetzt vielleicht. Ich sage dir: das geht und zwar sehr gut. Ich hatte noch nie ein Smartphone und nutze weiterhin mein altes, einfaches Handy. Das habe ich für mich sehr bewusst, aus gleich mehreren Gründen, entschieden. Ich gebe zu, dass ich hierdurch auch auf einige praktische Vorteile verzichte, aber das ist es mir wirklich wert.

Zum einen ist das Smartphone unschlagbar darin, dich aus dem Hier und Jetzt herauszubringen und mit deiner Aufmerksamkeit ständig bei vergangenen, zukünftigen oder dich selbst gar nicht direkt betreffenden Umständen/Dingen, zu halten. Unser Leben findet aber immer nur im Jetzt statt.

Was hast du z.B. von einem Konzert, wenn du es filmst und zuhause nochmal anschauen kannst, es aber gar nicht im Moment erlebt hast?

Dadurch, dass man also gedanklich häufig nicht im Moment ist, schleicht sich langsam aber sicher zunehmend ein Gefühl der Unzufriedenheit ein. Auf diese Weise lebt man sein Leben nämlich gar nicht richtig. Es fühlt sich eher so an, als ob das Leben an einem vorbeirauscht. Man verfängt sich leicht in einem Kreislauf, in welchem man permanent auf der Suche nach dem Garant für Glück ist. Dazu trägt ebenfalls der Vergleich mit anderen Menschen und deren Leben bei, welcher durch die mediale Welt künstlich gepusht wird. Im Vergleich mit anderen schneidet man scheinbar immer schlechter ab, weil jeder nur seine beste Seite nach außen preisgibt. Diesen Mangel an Zufriedenheit mit dem eigenen Leben, versucht man dann oft mit überhöhtem Konsum von allen möglichen, glücksversprechenden Dingen zu füllen. Kurzfristig mag das hilfreich erscheinen, so wird man die Erfüllung allerdings nie finden können. Dies ist nur möglich durch die Besinnung auf sich und sein wahres Sein und somit letztlich auf Gott. Jeder Mensch möchte in seinem tiefsten Inneren ein sinnvolles Leben führen, indem er seiner individuellen Göttlichkeit Ausdruck verleiht und seine Bestimmung lebt.

Das nicht mehr bewusste Sein in der Gegenwart, wird ebenso durch die ständige Erreichbarkeit heutzutage verstärkt. Viele Menschen schalten ihr Smartphone nie ab. Durch das Angebot kostenloser Messaging-Apps, werden bereits Kinder und Jugendliche verführt, ihr Bedürfnis nach sozialen Kontakten überwiegend digital zu befriedigen. Es wirkt so, als hätte man so schnell und leicht Kontakt mit anderen, wie nie zuvor. Doch das ist letzten Endes ein Trugschluß. Niemals kann der Weg über ein künstliches Medium die reale Anwesenheit und das wahrhaftige Erleben deines Gegenübers ersetzen. Zudem begünstigt überhöhter digitaler Austausch mit anderen, eine sozial-emotionale Verrohung, die sich usnerer Gesellschaft leider schon abzeichnet. Steht dir ein Mensch nicht von Angesicht zu Angesicht gegenüber, überschreitest du leichter natürliche Grenzen und bist schneller zu einem respektloseren zwischenmenschlichen Umgang verführt, da du die Reaktion deines Gegenübers ja nicht real miterlebst.

Ein weiterer Punkt ist für mich zum anderen die elektromagnetische Strahlung. Dieser kann man in unserem Alltag kaum noch ausweichen, dennoch gibt es verschiedene Wege dich davor zu schützen oder auch Erholungspausen davon einzulegen. Es ist generell immer sinnvoll, so viel elektromagnetische Strahlung zu vermeiden, wie möglich. Daher nutze ich zuhause auch noch LAN-Kabel und Schnurtelefon. Mein Handy ist oft aus und ich trage es selten direkt am Körper. Darauf weiter einzugehen, würde hier den Rahmen sprengen, ich lege dir aber meinen Beitrag zum Theme "Heilung durch Naturaufenthalte" ans Herz.

Natürlich kannst du auch, wenn du ein Smartphone besitzt, einen achtsamen und bewussten Umgang damit pflegen und so die nicht dienlichen Nebeneffekte reduzieren. Fange vielleicht mit kleinen Schritten an und plane feste "Auszeiten" für dein Smartphone ein. Besonders, wenn du dich in der Natur aufhälst, kann dich der "Handy-Verzicht" wieder schnell in eine achtsame und gegenwärtige Haltung bringen.




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